Archiv für Juni 2015

8.Mai – Jubeldemo, Infoveranstaltung und Party

Am 8. Mai zogen wir mit 80 Leuten in einem bunten Demozug unter dem Motto „Wer nicht feiert, hat verloren!“ durch Köpenick.

Während der Demo schloßen sich uns noch Menschen an und lauschten den Redebeiträgen (Links – siehe unten).

Anschließend an die Demonstration ging es mit einer Infoveranstaltung zum Thema „Deutsches und Europäisches Asylrecht“, leckeren veganen Burgern und schließlich einer Party auf dem Gelände des Mellowparks weiter. An der Stelle wollen wir uns nochmal bei den Leuten vom Mellowpark bedanken, die uns unterstützt haben und uns herzlich willkommen hießen.

Um uns dem Thema noch aus einer anderer Perspektive zu nähern veranstalteten wir ein paar Tage zuvor in Schöneweide eine ZeitzeugInnenveranstaltung mit Rosemarie Bender-Rasmuß, die von ihrer Kindheit in Köpenick erzählte.

Das Motto der Demo war „Wer nicht feiert, hat verloren!“bedeutet das im Umkehrschluss, wer feiert hat gewonnen?

Also wir? Tatsächlich haben wir das Motto von der Siegesfeier am 9. Mai im Treptower Park geklaut. Ihre Tradition stammt aus der Sowjetunion. Damit haben sich das Motto tatsächlich „Sieger*innen“ ausgedacht.
Gefeiert wird der 8. Mai in Deutschland von den wenigsten.
Darum haben wir auch dieses Motto gewählt, es provoziert. Vielleicht auch, weil dieser Tag im Gedächtnis der Mehrheit als Tag der Niederlage wahrgenommen wurde.

Haben die Nazis oder die Deutschen den Krieg verloren?

Befreit wurden am 8. Mai jedenfalls nicht die vielen Deutschen, die den Faschismus unterstützten.
Befreit wurden die Verfolgten, die Jüd*innen, Kommunist*innen und viele andere. Dies kann und sollte man feiern!
Wir solidarisieren uns mit den Verfolgten und stellen uns nachträglich auf ihre Seite. Uns ist aber auch klar, dass wir nicht zu ihnen gehören (können).
Dies ist nämlich, was viele Deutsche und die deutsche Gedenkkultur gerne machen: sich nachträglich zu Opfern des Faschismus machen.
Als in Deutschland geborene Antifaschist*innen wissen wir aber, dass unsere Großeltern meist keine Verfolgten waren.
Trotzdem sehen wir die Befreiung vom Hitler-Faschismus als unsere Chance, heute politisch aktiv zu sein. Auch wenn wir damals nicht beteiligt waren, so sind wir uns heute bewusst, dass faschistisches Denken, Anti-Semitismus und Rassismus nicht ‚besiegt‘ wurden.

Gegen Faschismus auf allen Ebenen!
Support your local antifa!


Redebeiträge auf der Demo:

Antifa heute
NPD
Historische Orte in Köpenick
Köpenicker Blutwoche
Historischer Widerstand

Es gibt (k)ein ruhiges Hinterland!


Aufruf der North-East Antifascists [NEA]:


Es gibt (k)ein ruhiges Hinterland! – Gegen Lager, Asylgesetz und Nazibanden!

Gemeinsam gegen Rassismus!

Seit Monaten läuft die rassistische Hetze in den Berliner Randbezirken auf Hochtouren – und teilweise mit erschreckenden Erfolgen. Weitgehend ausgeblendet von der innerstädtischen Wahrnehmunng schafften es die Nazis, Woche für Woche ihre Gefolgsleute in Hohenschönhausen, Marzahn oder Buch auf die Straße zu bringen. Anlass für die über Monate andauernden Aufmärsche war die Ankündigung seitens der Stadt, sechs Containernotunterkünfte für Asylsuchende zu errichten. Die “besorgten Anwohner*innen”, die über jene Selbstbezeichnung stets ihren Rassismus zu legitimieren versuchen, sahen nun die Chance gekommen, ihre rassistischen Ressentiments vom Stammtisch auf die Straße zu tragen.

Nein zum Heim?!

Dass als Standorte für die Container fast ausschließlich Randbezirke gewählt wurden, ist kein Zufall. Vielmehr verdeutlicht dieser Vorgang erneut den Handlungsunwillen der Politik. Die seit langen verabschiedete Senatsvereinbarung, nach der die städtischen Wohnungsunternehmen dazu angehalten sind, Wohnraum für Wohnungslose, also auch Geflüchtete vorzubehalten, wurde nie umgesetzt. Seit 2010 steigen die Zahlen der Geflüchteten zunehmend. Es war genug Zeit, Wohnungen sowie Liegenschaften für die nach dem Asylverfahrensgesetz vorgeschriebenen Erstaufnahemeinrichtungen zu beschaffen. Innenstädtischer Wohnraum soll jedoch besser verdienenden Mieter*innen und der Veräußerung zur Spekulation vorbehalten bleiben.
Geringverdiener*innen, Geflüchtete und Migrant*innen werden hingegen an den Stadtrand verdrängt.
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