Offener Linker Jugendkongress 2016

Dinge verändern sich. Die Richtung entscheiden wir.

Viel ist in der letzten Zeit geschehen und auch wir sitzen dabei nicht auf einer Zuschauertribüne. Das einiges in der Welt eher schlecht läuft ist schon länger klar: Terroranschläge in Bagdad, Umweltkatastrophen auf den Galápagos-Inseln, Krieg in Syrien, hungernde Menschen nicht nur im Südsudan und in Venezuela. Diese Liste ließe sich endlos fortführen. Viele solcher „Tragödien“ haben uns betroffen oder wütend gemacht und ließen uns Dinge in der Welt verändern wollen. Ihr direkter Einfluss auf unser Leben erscheint den Meisten in dieser Gesellschaft jedoch gering. Sie haben gelernt Tragödien zu übersehen oder zu vergessen.
Anders als bei Zuvorgenanntem ist dies bei diversen Ereignissen der letzten Zeit jedoch ungleich schwieriger. Islamistische Terroranschläge in Paris, Nizza und Brüssel mit mittlerweile hunderten Toten, EU-Ausstieg von Großbritannien, Grenzschließungen in Österreich und an nahen Grenzen ermordete oder sterbende Geflüchtete. Nicht zuletzt und in Deutschland sehr stark bemerkbar: Eine Krise des humanitären Hilfssystems für Geflüchtete und der eng damit verbundene Aufstieg menschenfeindlicher Parteien, wie der AfD. Der Einfluss auf unser Leben ist hier offensichtlich und kann nur schwerlich ignoriert werden. Er reicht von der rückwärtsgewandten Umgestaltung der Gesellschaft bis zur direkten Bedrohung unserer Existenz als empathische Subjekte.

Ein großer Teil der Gesellschaft versucht als „Reaktion“ auf diese Bedrohungslage einfach so weiter zu machen wie bisher. So hält er insbesondere an der Marktwirtschaft als vermeintlichem Weg zu Freiheit und gutem Leben für Alle fest. Das diese jedoch ein entscheidener Motor von globalem Leid und Unheil ist, will dieser Teil selbst dann nicht wahrhaben, wenn wieder Menschen vor der eigenen Haustür hungern müßen. Trotzig hält er an seinen Heilsversprechen fest und versucht auch uns für diese zu gewinnen. „Lernt und arbeitet fleißig, dann werden eure Bedürfnisse erfüllt und ihr werdet frei sein!“ lautet eine seiner viel verkündeten Botschaften. Doch wir wissen: Unsere strahlende Zukunft ist eine Lüge von denen die schon in dieser gefangen sind.
Eine gefährlichere Strömung wählt die Menschenfeindlichkeit gleich als eigenes Hauptprogramm. Sie setzt auf Unterdrückung, Abschottung, Abwertung von Menschengruppen und die Zwangsanpassung des Einzelnen zum vermeintlichen Wohle einer konstruierten Volksgemeinschaft. Ihre parlamentarische Manifestation, die AfD, hat es innerhalb weniger Jahre geschafft in diverse Parlamente einzuziehen und kann hier ihre Agenda mit dem Segen der demokratischen Legitimität verfolgen.

Wir wollen Widerstand gegen die rückwärtsgewandten Teile der Gesellschaft leisten und die bereits erkämpften Errungenschaften verteidigen. Gleichzeitig gilt es eigene Antworten auf aktuelle Probleme zu finden. Was kann man gegen neue und alte Nazis tun? Welche Kritik haben wir an Religion? Wie verteidigen wir uns gegen Angriffe von Rechten? Was verstehen wir unter Antikapitalismus?
Unser Ziel haben wir dabei klar vor Augen: Wir wollen das (Zusammen-)Leben ohne Unterdrückung und Ausgrenzung gestalten. Wir wollen gemeinsam und solidarisch in Freiheit leben. Bei unserem Bemühen haben wir das Glück nicht von vorne anfangen zu müssen. Es gibt eine lange gewachsene linke Bewegung mit Wissen und Erfahrungen sowie einer Kultur der Solidarität und des Austauschs. Bei dem kommenden Linken Jugendkongress in Berlin wollen wir uns daher verschiedenen bestehenden Theorien und Ansätzen zur Analyse der Verhältnisse widmen. Wir wollen diese gemeinsam diskutieren und uns auch über eigene Ideen austauschen. Auf keinen Fall zu kurz kommen wird dabei auch die Weitergabe praktischer Fähigkeiten des aktionsorientierten und kreativen Widerstands. Vorausgesetzt wird dabei nichts, außer den Wunsch nach einem besseren Morgen sowie die Bereitschaft gemeinsam nachzudenken und zu handeln.

Kommt zum vierten offenen linken Jugendkongress in Berlin und lasst uns die Zukunft in Angriff nehmen! Lasst uns Neues schaffen, Altes bedenken und eingespielte Schranken überspringen. Lasst uns einander kennenlernen und neue Banden bilden.

Daten und Facts: Der JuKo findet dieses Jahr vom 14.-16. Oktober in Charlottenburg im Schloß19 statt. Für Futtern, Trinken, Unterhaltung, Inputs, diverse Workshops, barrierearme Räumlichkeiten, Mucke, Pennplätze, Entspanntes und Spannendes … ist gesorgt. Natürlich wie immer für umme.

Programm

Facebook-Veranstaltung

Zeitraum: 14. bis 16 Oktober 2016
Ort: Schloss19 (Schlossstr. 19, 14059 Berlin)
Kontakt: juko-berlin[at]systemli.org

Was ich wähle? Solisaufen!

Samstag an die Theke, statt Sonntag in die Urne!

Wahlkampf ist teuer – auch für uns! Unsere Wahlbekämpfer*innen waren wieder fleißig unterwegs..
Um sie bei ihren Repressionskosten zu unterstützen feiern wir am 24.09.2016 eine Supersolisause in der K9!

Musikalischen Support erhalten wir an diesem Abend von:

Tapete (Rap)
AMK (Rap)
NoCapNoStyle (female Hiphop)
Mutti Cool (Trash, Punk, Liebeslieder)
Surprise (Techno)

Ausserdem:
*Vodka-Wackelpudding*

*Solicocktails*

Ab 21 Uhr geht’s los – der Soli-Eintritt liegt zwischen 4 – 7 Euro und die ersten 50 Gäste können sich über einen gratis Vodka-Wachelpudding freuen.

Trefft auch ihr die richtige Wahl und tanzt, singt, trinkt mit uns am 24.9. in der K9 (Kinzigstraße 9)!

No racism, no sexism, no cops, no nationalism!

Marsch für das Leben? What the Fuck!

Euer Schweigen könnt ihr euch schenken. Lieber Feminismus feiern!

Für den 17. September 2016 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BVL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Der Schweigemarsch, bei dem die „Tötung“ abgetriebener Embryonen betrauert wird, ist einer der wichtigsten öffentlichen Auftritte der selbsternannten „LebensschützerInnen“1 und verbindet eine breite reaktionäre, antifeministische und fundamentalistische Bewegung. Der BVL fordert ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Dadurch würden Schwangere in ihrer Entscheidung ob sie die Schwangerschaft austragen wollen oder nicht, noch weiter eingeschränkt. Nicht zuletzt die wachsenden TeilnehmerInnenzahlen des Marsches, die sich aus wertekonservativen, christlich-fundamentalistischen über nationalistische bis hin zu Spektren der neuen und extremen Rechten speisen, machen eine entschlossene Antwort notwendiger denn je.

Anders als oft angenommen gilt eine Abtreibung auch in Deutschland gemäß §218 Strafgesetzbuch weiterhin als Straftat, die nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei bleibt. Wer abtreiben will, muss sich zwangsweise von staatlich anerkannten Stellen beraten lassen und danach drei Tage warten, bevor der Eingriff vorgenommen wird. Diese Regelung bedeutet eine staatlich institutionalisierte Entmündigung von Schwangeren, die nicht selbst über ihren Körper und ihre Lebensplanung entscheiden dürfen.

Zudem erfahren die antifeministischen Positionen der „LebensschützerInnen“ und ihrer MitstreiterInnen aus der Neuen Rechten zunehmend Akzeptanz und öffentliche Aufmerksamkeit. Ihr Einfluss in Gesellschaft, Medien und Parlamenten wächst. Durch Aktionen wie den „Marsch für das Leben“ versuchen sie ihre Positionen weiter in die Öffentlichkeit zu tragen und zu stärken. Das werden wir nicht zulassen!

Deshalb rufen wir dazu auf, sich an unserer queerfeministischen und antifaschistischen Demonstration zu beteiligen und anschließend den „Marsch“ der FundamentalistInnen zu blockieren und zu sabotieren. Wir wollen dem Marsch, seinen antifeministischen AkteurInnen und ihrem Gedankengut entschlossen entgegentreten!

17.09.2016, 12 Uhr S Anhalter Bahnhof, Berlin: antifaschistische und queerfeministische Demonstration des What-the-Fuck!?-Bündnisses

16.09.2016, 18 Uhr, S-Schönhauser Allee, Berlin: Vorabenddemo „StoppAfd“ vom NiKa-Bündnis zu den Berliner Landtagswahlen

1.„LebensschützerInnen“ ist eine Selbstbezeichnung derjenigen, die gegen Abtreibungen protestieren und gegen die sexuelle und körperliche Selbstbestimmung auf die Straße gehen.

Blockupy Aktionstage 2016

An die Arbeit: Exit Austerity – Exit Fortress Europe – Exit Capitalism!

Am Morgen des Freitags, 2. September 2016, soll das Bundesministerium für Arbeit und Soziales blockiert werden. Blockupy wagt damit den Schritt aus der Bankenmetropole Frankfurt am Main an den Sitz der Bundesregierung in Berlin – und verspricht ereignisreiche Tage.

Um 7.30 Uhr will sich Blockupy sammeln, um das Arbeitsministerium dicht zu machen und damit die Verarmungs- und Ausgrenzungspolitik zu markieren. In diesem Ministerium wurden die Hartz-Gesetze umgesetzt und kürzlich verschärft – insbesondere für nichtdeutsche EU-Bürger*innen. Die Agenda 2010 ist beispielgebend für viele andere europäische Länder, weswegen sich auch in Frankreich Proteste organisieren. Der Protest von Blockupy zielt gegen die soziale Spaltung im Innern und die Grenzen nach Außen:


https://blockupy.org/aktion-am-arbeitsministerium/

Ab 14 Uhr soll es – wie man es von Blockupy kennt – weitere Aktionen in der gesamten Stadt geben. In Frankfurt ging es an den Flughafen gegen Abschiebungen oder auf die Einkaufmeile Zeil gegen Konsum, die tödlichen Arbeitsbedingungen in den Textil-Weltmarktfabriken und die prekäre Beschäftigung der Angestellten hierzulande. Auch am 2. September sind wieder solche Aktionen gegen Akteure von Abschottung und Ausgrenzung geplant, um die Feinde grenzübergreifender Solidarität öffentlich zu markieren:

Zweite Welle – Lets catch them all

In der Vergangenheit haben allein die Aufrufe von Blockupy dazu geführt, dass die Angestellten – zum Beispiel der EZB in Frankfurt – frei bekommen haben oder von Zuhause gearbeitet haben, um eine „Notversorgung“ zu gewährleisten. Die Absperrungen der Polizei wurden in die Blockaden von Blockupy einbezogen. Der kapitalistische Normalbetrieb war gestört.

Blockupy hat einen Namen und auch Anziehungskraft bei vielen Spektren der Linken – von Finanztransaktionssteuerbefürworter*innen und Großprojektgegner*innen über Autonome und andere radikale Linke bis hin zu Stadtteilgruppen und Bürgerrechtler*innen – auch international. Entsprechend hat sich auch eine Vielfalt von Aktionen gezeigt, in der jede*r ihren*seinen Platz finden kann. Dies führt zur Attraktivität von Blockupy und zur Teilnahme einer vierstelligen Zahl von Menschen an den Aktionen des zivilen Ungehorsams.

Als Blockupy vor etwa fünf Jahren in Frankfurt am Main zu ersten Aktivitäten rief, waren die Menschen im Bündnis und auf der Straße noch relativ wenige. Nach drei Mobilisierungen kamen dann zur abendlichen Blockupy-Demo am 18. März 2015 sage und schreibe 20.000 Menschen – an einem Werktag eine beachtliche Anzahl von Menschen. Schon am frühen Morgen des 18. März waren 6000 Menschen auf den Straßen um die EZB unterwegs und haben die Eröffnungsfeier der Europäischen Zentralbank in den Schatten gestellt. Bei der ersten Blockupy-Aktivität in Berlin darf man nicht damit rechnen, gleich an dieser Personenzahl und diesem Aktionsniveau anknüpfen zu können. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Blockupy hat ja schon Pläne für das Frühjahr 2017 in Berlin und den G20-Gipfel in Hamburg im Sommer 2017.

Es ist Zeit.


Termine:

Fr. 2. September, 7.30 Uhr: Blockade des Arbeitsministeriums. Treffpunkte werden zeitnah bekannt gegeben unter www.blockupy.org

Nachmittags: Zweite Welle – Dezentrale Aktionen in der Stadt

Sa. 3. September, 14.00 Uhr, Adenauerplatz: Demonstration des Bündnisses „Aufstehen gegen Rassismus“. Linke und linksradikale Gruppen sammeln sich im Grenzenlos-Block.

Nachmittags: „Welcome Festival“ auf dem Tempelhofer Feld

So. 4. September: „Welcome 2 Stay“- Treffen

welcome2stay.org

Mehr Infos:

Blockupy I Twitter I Facebook

Rand.Gestalten Festival 2016

Dieses Jahr mit dabei:

AMK
Josh & Nash
Kick Kack Klo
Msoke
Alice
Tram4

Kids-Space | Infostände | lecker Futter | Siebdruck (bring your own shirt) | Workshops | veganes Eis | und viel liebevoller Schnickschnaps

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